Schulstress – Pillenwahnsinn schon für Volksschüler

„Ich habe täglich mindestens eine Mutter bei mir in der Apotheke, die nach Beruhigungsmitteln oder konzentrationssteigernden Mitteln für ihr Volksschulkind fragt“, erzählt ein genervter Apotheker kopfschüttelnd. Die „Schonzeit“ zu Schulbeginn ist vorbei, ab November beginnen die Tests und Schularbeiten und damit auch Stress, Leistungsdruck, Schlaflosigkeit und die Suche nach Abhilfe. Der Griff zu Psychopharmaka schon für Volksschüler wird immer häufiger und  bedenkenloser. Während amerikanische Wissenschaftler das Problem verharmlosen („Ritalin schon für Vierjährige empfehlenswert“), schlagen Neurologen, Pädagogen und Ethiker Alarm  

Den Stress machen die Erwachsenen, die Kinder müssen es ausbaden. Es seien vor allem die Schulsituation und die Eltern, die einen Zweier oder Dreier schon als Scheitern sehen und Druck machen. Die Folgen: Psychosomatische Beschwerden, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit. In den vergangenen zehn Jahren wurden z.B. in der OÖ. Landeskinderklinik 30 Prozent mehr Volksschüler mit psychosomatischen Erkrankungen stationär aufgenommen. 

Teufelskreis

Das Lernen fällt immer schwerer. Psychopharmaka sollen Abhilfe schaffen und in Wirklichkeit ist der Teufelskreis eröffnet. Ritalin, ein Medikament das abhängig macht, sollte eigentlich nur Kindern mit einer fundierten ADHS-Diagnose gegeben werden. Immer häufiger wird es als „Lerntablette“ verabreicht. Und in manchen Fällen mag es auch helfen, den fragwürdigen „Erfolg“ zu erreichen.

Eingriff in die Persönlichkeitsentwicklung

Doch was macht es noch? Es verändert die Persönlichkeit des Kindes. Es ist ein massiver Eingriff in die weitere psychische und in die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. Es macht abhängig. Es suggeriert dem Kind, dass es „etwas braucht“, um Leistung bringen zu können. Es steigert erwiesenermaßen das Suchtpotential im Erwachsenenleben. Es lässt das Kind und die Eltern das Gefühl für das verlieren, was das Kind wirklich ausmacht. 

Die Kinder-Lobby warnt eindringlich vor dieser alarmierenden Entwicklung und fordert mehr Verantwortungsbewusstsein und Sensibilität im Umgang mit dem Thema!

Ö3 nahm das Thema am Montag ausführlich in die Berichterstattung im Ö3-Wecker (Primetime!) und auch die OÖ Nachrichten haben ausführlich berichtet: siehe Link: http://www.nachrichten.at/ratgeber/familie/art124,778025

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