Eltern als „beste Freunde“ funktioniert nicht

Was tun mit den Tyrannenkindern? Wie umgehen mit dem Nachwuchs, der uns essgestört, chillbewusst, leistungsverweigernd und verhaltensoriginell in die Resignation treibt? Kinder-Lobby Mitglied und Jugendpsychotherapeutin Martina Leibovici-Mühlberger glaubt, dass diese Kinder beim Bewältigen zukünftiger Herausforderungen zu den Besten gehören können. Ihre richtige Erziehung setzt allerdings ein neues Menschenbild voraus.

Moderne Eltern begeben sich gerne in die Rolle eines besten Freundes oder eines
Steigbügelhalters ihres Kindes. Es geht dann nicht mehr darum, das Kind zu erziehen,
sondern nur noch darum, ihm zu applaudieren. Solche Eltern geben jedem Wunsch
ihrer Kinder nach und wissen bald nicht mehr weiter. Denn die Kinder „wollen“ und
„fordern“ nur noch. Doch diese Tyrannenkinder können in Zukunft nicht mehr mit der
Welt mithalten. Für ihre Eltern formuliert Martina Leibovici-Mühlberger, selbst Mutter
von vier Kindern, eine klare und eindeutige Botschaft: „Wer sein Kind für die
Anforderungen der Zukunft vorbereiten will, muss in der Erziehung auf ein neues
Menschenbild setzen!“

Homo sapiens socialis

Martina Leibovici-Mühlberger erklärt in ihrem neuen Buch „Der Tyrannenkinder-
Erziehungsplan“ (edition a, 24,90 Euro), wie dieses neue Menschenbild, der „Homo
sapiens socialis“, aussieht: Der neue Mensch weiß, wie er sich in sozialen Situationen
durchsetzen kann, und wann das nötig ist. Er kann sich ebenso zurückziehen, wenn ihn
gerade niemand braucht. Er bringt einen Mehrwert in seine soziale Gruppe ein, ohne
egoistisch zu sein. Aufgrund seiner Erziehung hat der homo sapiens socialis erfahren,
wie er sich in seiner sozialen Umgebung richtig bewegen kann.

Martina Leibovici-Mühlberger gibt in ihrem Buch praktische Ratschläge, wie die
Erziehung eines Tyrannenkindes zum Homo sapiens socialis aussehen kann. Eltern
sollten versuchen, ihre Kinder genau kennenzulernen und möglichst viel über sie zu
erfahren. Der Förderwahn muss zum Wohl der Kinder aufhören. Stattdessen sollen
Eltern auf die echten Bedürfnisse, die sich in jeder Entwicklungsstufe der Kinder zeigen,
hören und dementsprechend deren Interessen und Stärken ausprägen.

Eine besondere Rolle spielt dabei das Familienleben. Kinder brauchen viele Aktivitäten
und starke Beziehungen innerhalb des Familienverbandes, damit sie lernen können,
Führungsstärke zu beweisen, wenn es nötig ist. Auch Tyrannenkinder können durch
richtige Erziehung das neue Menschenbild verinnerlichen und so zu erfolgreichen
Akteuren in der globalisierten Welt aufsteigen.

Die Autorin: Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, M.Sc., Mutter von vier Kindern, ist
praktische Ärztin, Gynäkologin, Ärztin für Psychosomatik und trägt als
Psychotherapeutin das European Certificate of Psychotherapy. Sie leitet die ARGE
Erziehungsberatung und Fortbildung GmbH, ein Ausbildungs-, Beratungs-, und
Forschungsinstitut mit sozialpsychologischem Fokus auf Jugend und Familie
(www.fitforkids.at). Sie schrieb unter anderem den Bestseller „Wenn die Tyrannenkinder
erwachsen werden“ und ist Verfasserin zahlreicher wissenschaftlicher Fachartikel, sowie
gefragte Vortragsreferentin und Mitglied der Kinder-Lobby.

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