Die Idee

Als Journalistin mit besonderem Interesse für Sozial- und Gesundheitsthemen bin ich in den vergangenen Jahren von den verschiedensten Seiten immer wieder auf den Themenbereich Kinder und mentale sowie körperliche Gesundheit gestoßen. Das Bild, das von verschiedensten Experten (LehrerInnen, KindergärtnerInnen, Sonder- und HeilpädagogInnen, ÄrztInnen, Kinder- und JugendpsychologInnen, OrthopädInnen, WissenschaftlerInnen, HirnforscherInnen usw.) gezeichnet wurde, hat mich sowohl als Journalistin als auch als Mutter betroffen gemacht.

Die allermeisten Eltern wollen „nur das Beste“ für ihr Kind. Aber was ist „das Beste“? Experten sind sich einig, dass der Trend eindeutig in eine falsche, fatale und auch teure Richtung geht. Ein Kleinkind zu fördern bedeutet in der heutigen Gesellschaft oft, es möglichst früh zu möglichst vielen Veranstaltungen anzumelden. Viele Mütter fungieren nur mehr als „Taxi Mom“ und regeln die Termine ihrer Kleinen. Frühkindliche Musikerziehung, Computer und Englisch für Vorschulkinder, Ballett, Fußball, Klettern, usw. usw. Dem Kind eine „möglichst breite Basis“ mitgeben, lautet die Devise. Dabei verlieren die Eltern das „Gefühl“ für ihr Kind und dafür, was in der jeweiligen Entwicklungsphase wirklich braucht.

Die wissenschaftliche Forschung und auch die Praxis zeigen immer deutlicher:

Kleinkinder brauchen „absichtslose, unverplante“ Zeit. Eine Spielidee entstehen lassen. Und das am besten in der Natur und ohne Programm, Zeit- und Leistungsdruck. Einfach KIND SEIN DÜRFEN.

Letzteres gilt auch für Volksschulkinder, jedoch mit dem Zusatz, dass sie freie Zeit mit Gleichaltrigen verbringen dürfen und nicht ständig unter Aufsicht sind (im angelsächsischen Raum haben sich mittlerweile die Begriffe „Paranoid Parents“ und „Helicopter-Mums“ – ständig über den Kindern kreisend – etabliert…).

Um hier erst gar kein Missverständnis aufkommen zu lassen. Es geht hier in keinster Weise um eine politische oder ideologische Auseinandersetzung oder um das Brandmarken berufstätiger Frauen. Es geht darum, unser Bewusstsein dahingehend zu schärfen, daß Kinder für eine gute Entwicklung auch freie Spielzeit und elterliche Zuwendung brauchen. Ansonsten geht der Trend in eine traurige Richtung.

 Philosophie der Kinder-Lobby

Das Leistungsdenken und die Lebensumstände unserer Gesellschaft verhindern zunehmend, dass  Kinder eine kindgerechte Kindheit erleben dürfen. Diese in der Kindheit erworbenen Defizite (sowohl körperlich als auch psychisch) bedeuten neben dem individuellen Leidensweg bereits jetzt, jedoch noch viel mehr in späterer Folge immense Kosten für Gesundheitssystem und Staat, deren Ausmaß in keinster Weise absehbar ist.

Das Ziel der Kinder-Lobby

Ein Umdenken in der Gesellschaft und der Politik insofern zu erreichen, dass Kinder im Kindergarten- und Volksschulalter nicht nur mit gut gemeinten Förderangeboten oder „verordneten Hobbies“ zugeschüttet werden, sondern auch „einfach Kind sind dürfen“, um sich gut entwickeln zu können.

Die Kinderlobby will zum einen durch intensive Medien- und Infpormationsarbeit das Bewußtsein in der Gesellschaft dafür schärfen, was Kinder für eine gesunde Entwicklung brauchen – damit geschieht automatisch Prävention, sodass viele der genannten Defizite erst gar nicht entstehen und so auch nicht die damit verbundenen Notwendigkeiten an Therapien und Spezialbetreuungen bzw. die damit verbunden Kosten und Folgekosten.

 Zum anderen soll auf Entscheidungsträger dahingehend eingewirkt werden, bessere und entsprechende Rahmenbedingungen für die Kinder und deren Betreuung durch öffentliche Einrichtungen zu schaffen. Die Kinder-Lobby will diesbezüglich „Lobbying“ im besten Wortsinn leisten und die Interessen unserer kleinen Mitmenschen vertreten.

Die Kinder-Lobby sieht sich als überparteiliche, unabhängige, private Initiative, die das Wissen der Experten aus dem Bereich Kinder unter Berücksichtigung verschiedenster Aspekte zum Thema Kindergesundheit mit dem Know-How erfahrener, versierter Journalisten verknüpft, um so breite Bewußtseinsarbeit leisten zu können. Dadurch soll auch bei den zuständigen Jugend-, Bildungs- und Gesundheitspolitiker dahingehend Handlungsbedarf erzeugt werden, die Rahmenbedingungen in öffentlichen Betreuungseinrichtungen für eine gesunde Entwicklung der Kinder zu verbessern.

Mag. Eveline Doll

Journalistin und Kinder-Lobbyistin

Studium der Publizistik und Kunstgeschichte in Wien und Salzburg.

Journalistische Tätigkeit bei österr. Qualitätszeitungen (Kurier, Standard).

Von 1996 bis Ende 2009: beschäftigt beim ORF in der Abteilung Information,

Redakteurin für TV- und Radio-Nachrichten,

Chefin vom Dienst Radio,

Moderatorin der täglichen Nachrichtensendung „Oberösterreich heute“ 

2010: Gründung der Kinder-Lobby