Wie umarme ich einen Kaktus?

Beim diesjährigen Familien und Gesundheitstag der Gemeinde Roßleithen geht es um die Themen Pubertät (siehe Titel) und darum, wie die Paarbeziehung gepflegt werden kann. Ein toller Nachmittag für Eltern und Familien.

Am Samstag, 19.11.2011, 13.30 – 17.00 Uhr.

http://www.rossleithen.at/system/web/news.aspx?bezirkonr=0&detailonr=222547892&menuonr=219013710

“Plattform Elterngesundheit” gegründet

 

Prim. Klaus Vavrik, Präs. der Österr. Liga für Kinder- und Jugendgesundheit

Österreichs Kinder und Jugendliche leben alles andere als gesund, wie internationale Studien zeigen: Sie rauchen, trinken und sind übergewichtig. Die Liga für Kindergesundheit und die drei Bundeselternverbände wollen nicht mehr länger zusehen und haben gemeinsam die “Plattform Elterngesundheit” gegründet.

Das Angebot an Weiterbildungsangeboten für Eltern wächst stetig und wird zusehends unüberschaubarer. Vor allem für die Eltern selbst.
Die Plattform Elterngesundheit hat sich zum Ziel gesetzt, sich einen Überblick über die Elternbildungsangebote in Wien und Österreich zu verschaffen. Darauf aufbauend können Eltern hier Empfehlungen zur Elternweiterbildung mit ganz konkreten Kursangeboten finden.

Eine Internet-Plattform bietet die Möglichket zum Austausch über wichtige und interessante Themen.

http://www.elterngesundheit.at/

Am Freitag, 02. Dezember 2011, findet die Auftaktveranstaltung statt:

10:00 – 16:00 Uhr

Festsaal des BMG, Radetzkystraße 2, 1030 Wien

 Gesunde Eltern – Gesunde Kinder !?

Alle Kinder brauchen gesundheitsfördernde Eltern

Täglich erreichen uns neue Studien über den schlechten Gesundheitszustand und das Risikoverhalten unserer Kinder und Jugendlichen mit den sozialen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen für die Zukunft.

Nicht nur die Schule, sondern vor allem auch die Eltern haben zweifellos großen Einfluss auf Lebensstil und Gesundheitsverhalten ihrer Kinder. Sie sind einerseits das wichtigste Vorbild, andererseits selbst Zielgruppe für Gesundheitsförderung.

Veranstaltungshinweis für Eltern

Im Montessori-Zentrum Wien starten 2 Abendreihen speziell für Eltern! Jeder Abend widmet sich einem eigenen Thema, den gemeinsamen Hintergrund bildet die Montessori-Pädagogik. Es werden Hintergrundinformationen und Handlungsmöglichkeiten anhand praktischer Beispiele geboten. Zusätzlich gibt es ausreichend Zeit für Ihre Fragen und Wünsche.Jeder Abend ist einzeln buchbar!

ABENDREIHE ZUM THEMA KINDERERZIEHUNG:
Mittwoch, 23. November 2011: Warum Montessori?
Mittwoch, 18. Jänner 2012: Lob und Tadel
Mittwoch, 22. Februar 2012: Sag mir’s so, dass ich’s versteh!
Mittwoch, 21. März 2012: Sensorische Integration im Alltag
Mittwoch, 25. April 2012: Computer, Fernsehen & Co – Fluch oder Segen?

ABENDREIHE FÜR ELTERN VON SCHULKINDERN:
Dienstag, 29. November 2011: Kinder bei Hausübungen sinnvoll begleiten
Dienstag, 31. Jänner 2012: Ist mein Kind schulreif?
Dienstag, 6. März 2012: Montessori-Schule wozu?
Dienstag, 24. April 2012: Hilfe, ich bin meinem Kind plötzlich peinlich!
Dienstag, 22. Mai 2012: Rechtschreibung: Wann schreibt mein Kind endlich richtig?

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.montessori.at.

„Eltern können und müssen sich nicht einig sein“

Monika Sturmair, Gordon Familientrainerin, Beraterin und Coach“Duell” oder “Duett” – wie sieht das Miteinander von Eltern aus? - Wenn ein Paar ein Kind bekommt, dann kommen zur bisherigen Partnerrolle nun auch noch die Rolle als Vater beziehungsweise Mutter sowie die neue gemeinsame Rolle als Eltern hinzu. „Dies führt natürlich zu neuen Aspekten in der Kommunikation: Die Personen sprechen nicht mehr für sich allein, sondern auch für das Kind“, sagt Monika Sturmair, Familientrainerin, Beraterin und Referentin beim Jakoo-Familienkongress in Bad Ischl. 

Nun würden sich in der Paarkommunikation über das Kind beziehungsweise mit dem Kind die unterschiedlichen Werthaltungen zeigen. Sturmair findet es wichtig, dass das Bewusstsein für das Konfliktpotential da ist und beide Partner bereit sind, darüber zu reden.

Wir haben unterschiedliche Erziehungsstile und -vorstellungen. Wie sollen wir als Elternpaar gegenüber dem Kind auftreten? An welche Absprachen sollten wir denken?

Wesentlich ist, dass sich beide der Unterschiede bewusst sind. Es hilft auch das Wissen, dass gerade die Verschiedenheit in den Werten und im Erziehungsstil die Chance zur Weiterentwicklung bieten. Eltern können und müssen sich nicht einig sein, dies widerspricht einfach dem tatsächlichenLeben.

In kleinen Dingen ist eine Einigkeit des Elternpaars nicht notwendig. Zum Beispiel was die verschiedenen Anforderungen an das Kind beim Tisch abräumen betrifft. Es kann sein, dass es beim Papa das Geschirr nicht in den Geschirrspüler räumen muss, bei der Mama aber schon. Schwierig wird es natürlich, wenn ein Partner sich über das Verhalten des anderen ärgert. Dann ist eine gemeinsame Linie für das Kind hilfreich, damit es sich orientieren kann. Auseinandersetzungen sollten möglichst nicht vor dem Kind erfolgen, sondern Eltern sollten unter sich abklären, was für sie wichtig ist. Dabei sollte die Frage für Mutter und Vater geklärt werden: Was möchte ich, das mein Kind lernt?

Welche Werte will ich dem Kind mitgeben? Welche Bedürfnisse habe ich?

Welche Bedürfnisse hat das Kind? Eine gemeinsame Linie für die Erziehung hilft dem Kind in seiner Orientierung – wie zum Beispiel bei wichtigen Eckpunkten wie Fernsehdauer und Höhe des Taschengelds. Das Kind solltedas Gefühl haben: Meine Eltern haben sich zusammengesetzt und haben gemeinsam beschlossen.

Unsere Eltern mischen sich in unsere Erziehung ein. Wie gehe ich am besten damit um?

Großeltern haben eine völlig andere Rolle als Eltern. Sie müssen nicht erziehen – sie dürfen verwöhnen. Manchmal verbergen sich hinter der Einmischung in die Erziehung auch verdeckte Konflikte: Diese Konflikte werden dann über das Enkelkind ausgetragen. Beispielsweise besteht kein Vertrauen in die Fähigkeiten des Elternteils beziehungsweise werden die Qualitäten als Elternteil überprüft.

In allen Fällen ist Kommunikation wichtig. Es sollte auf jeden Fall geklärt werden: In welcher Form braucht man von einander Unterstützung? Bei welchen Punkten ist keine Einmischung erwünscht? Es sollte eine gemeinsame Linie zur Orientierung ausgehandelt werden. Eltern sollten selbstbewusst zu den eigenen Regeln stehen und deutlich zeigen, was sie wichtig für ihr Kind finden und was nicht. Nicht verunsichern lassen! Allerdings sehen Großeltern auch Sachen, die Eltern selbst nicht sehen. Deshalb sollten Eltern, die von ihren eigenen Eltern auf bestimmte Dinge hingewiesen werden, nicht sofort in den Widerstand gehen, sondern das Angesprochene als Chance für Verbesserungen sehen.

Mein Kind respektiert mich nicht und beschimpft mich. Wie soll ich mich verhalten?

Gerade Kinder sind auf Beziehung ausgerichtet und möchten es mit ihren Eltern gut haben. Sie wissen, dass Eltern die wichtigsten Menschen in ihrem Leben sind. Werden Eltern beziehungsweise wird ein Elternteil nicht respektiert, kann es daran liegen, dass sich die Mutter oder der Vater selbst nicht ernst nehmen. Es könnte dann sein, dass das Kind seine Eltern mit seinem respektlosen Verhalten auffordert, sich anders zu verhalten. Wesentlich zur Verhaltensänderung ist es also, die Ursachen für das Verhalten ihres Kindes herausfinden, zum Beispiel ob das Kind Grenzen oder eine andere Form der Kommunikation braucht.

Die Form der Kommunikation spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Erwachsenen sollten das Kind nicht einfach zurück beschimpfen, sondern die Gefühle beschreiben, die die Äußerungen des Kindes hervorrufen: „Du verletzt mich. Ich habe das Gefühl, dass … Ich habe keine Lust, mir das sagen zu lassen …“. Die Kommunikation mit dem Kind sollte immer wertschätzend sein.

Benötigt das Kind zusätzlich Grenzen, reicht die verbale Kommunikation allein nicht aus. Dann können Handlungen unterstützend wirken – zum Beispiel die Hnd des Kindes festhalten, wenn es zuschlagen will. Mein Kind hat offensichtlich Sorgen und Probleme – redet aber nicht mit mir darüber. Welche Vorgehensweise bietet sich an? Manchmal können Kinder über Sorgen und Problem nicht sprechen – sie haben oftmals keine Worte für die Dinge, die sie bewegen. Besonders wenn es sich um diffuse Gefühle handelt, ist es für das Kind schwierig sich auszudrücken. Deshalb ist es auch kontraproduktiv zu fragen: „Was ist los?“ Besser ist es, die Gefühle zu spiegeln: „Ich sehe, dass es Dir nicht gut geht. Du wirkst wütend/traurig.“ Aktives Zuhören hilft, damit das Kind anfängt sich zu öffnen und von selbst über seine Probleme spricht. Bei schwerwiegenden Problemen wie beispielsweise Mobbing sollten auf jeden Fall Experten hinzugezogen werden. Manchmal fällt es Kindern leichter mit anderen Personen zu sprechen, als mit Menschen, die ihnen nahe sind.

Zur Person: Monika Sturmair: Gordon Familientrainerin, Beraterin und Coach Monika Sturmair ist Mutter von vier erwachsenen Kindern. Seit 1998 begleitet sie Eltern in ihren Seminaren zum Thema Kommunikation und Konfliktlösung mit Kindern.

Österreicher hätten am liebsten drei oder mehr Kinder

Eine Umfrage unter den rund 550 Teilnehmern des 1. JAKO-O Familien-Kongresses in Österreich, der am 9. Oktober in Bad Ischl stattfand, hat ergeben, dass die Besucher am liebsten mindestens drei Kinder hätten – wenn sie könnten, wie sie wollten. „Die Geburtenrate in Österreich ist ebenso wie in Deutschland sehr niedrig. Wie schade – vor allem vor dem Hintergrund, dass sich viele mehr als drei Kinder wünschen. Wie schön wäre es, wenn Eltern ihre Familienträume verwirklichen könnten“, beurteilte Bettina Peetz, Geschäftsleitung JAKO-O, die Umfrage-Ergebnisse.

Im Jahr 2010 betrug die durchschnittliche Kinderzahl 1,44 Kinder pro Frau in Österreich.1 Seit Jahren bildet die Geburtenrate in Österreich europaweit gemeinsam mit Deutschland das Schlusslicht.2 Dabei sind die Österreicher gar keine Familienmuffel. Bei der Umfrage unter den 550 Besuchern des 1. JAKO-O Familien-Kongresses in Österreich zeigte sich: Wenn sie könnten, wie sie wollten, hätte über ein Drittel der Befragten (rund 38 Prozent) gern drei Kinder, ein Fünftel (rund 20 Prozent) vier Kinder und rund 9 Prozent sogar fünf oder mehr Kinder. Bettina Peetz: „Ständig beklagen wir uns über die niedrige Geburtenrate. Doch häufig sind es die Rahmenbedingungen, die es Eltern schwer machen, mehrere Kinder zu bekommen.“

So schätzt ein Drittel der befragten Personen Österreich als kinderunfreundlich ein: Sie nennen unter anderem die geringe finanzielle Unterstützung, die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine kinderfeindliche Gesellschaft. Über die Hälfte der Befragten empfindet Österreich als kinderfreundliches Land. Eine Mutter bemerkt: „Die soziale Absicherung stimmt und auch der Gratiskindergarten hilft mir sehr.“

Besucher vom 1. JAKO-O Familien-Kongress in Österreich begeistert

Nachdem Eltern und Interessierte die JAKO-O Familien-Kongresse zu Erziehung, Schule, Partnerschaft sowie Familien- und Bildungspolitik bereits seit 2003 fünfmal in Deutschland besuchen konnten, fand der Familien-Kongress in diesem Jahr zum ersten Mal im österreichischen Bad Ischl statt. 550 Eltern aus ganz Österreich und auch Deutschland verfolgten interessiert die insgesamt 19 Vorträge von 10 Fachreferenten. So umfasste das Themenspektrum neben Erziehung auch effektive Lernmethoden – damit Kinder erfolgreicher in der Schule sind und mehr Zeit zum Spielen haben. Mit handfesten Tipps informierten führende Experten zu relevanten Themen wie Familie, Elternschaft, Internet und Lerntechniken. Dabei sorgten besonders die Vorträge von Dr. Jan-Uwe Rogge und Sabine Bohlmann für tosenden Applaus. Durch Rogges Ausführungen zum Thema „Trotzalter“ fühlte sich so manches Elternteil in das heimische Kinderzimmer zurückversetzt, während Sabine Bohlmann in ihrem Vortrag „Erziehungstheater … Erziehung mit Spaß und Fantasie“ Eltern kreative und nützliche Erziehungstipps vermittelte. Die Besucher konnten dank der alltagsnahen Beispiele aller Referenten viel Neues mit nach Hause nehmen.

“Zurück zur echten Kindheit”

Die Kinder-Lobby freut sich: immer mehr Medien greifen unser zentrales Thema auf, den Kindern wieder eine echte, unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen - ohne Leistungsdruck und mit der Möglichkeit, sich altersgerecht zu entwickeln. Neben “Zeit”, Spiegel” und “Profil” positionieren auch die Oberrösterreichischen Nachrichten das Thema in all seinen Aspekten immer wieder prominent. Besonders erfreulich, wenn dabei die Mitglieder der Kinder-Lobby zu Wort kommen, wie im heutigen Beitrag zum Thema “Echte Kindheit durch weniger Leistungsdruck”.

http://www.nachrichten.at/ratgeber/familie/art124,740113

“Zu viele Erfahrungen aus zweiter Hand”

Selbst gewählte Bewegung mit etwas Nervenkitzel - das beste Gehirndoping für die Kleinen.

Ein Feuerwerk an klugen, witzigen, innovativen und wertvollen Informationen für Eltern und Pädagogen gab es diesen Sonntag in Bad Ischl beim ersten Jako-o Familienkongress in Österreich.

Vom Trotzalter bis zur Pubertät, von der Verwöhnfalle bis zum Umgang mit Computern – DIE wesentlichen Erziehungsthemen wurden behandelt. Für die Kinder-Lobby besonders beeindruckend, da zu 100 Prozent mit unseren Thesen und Forderungen übereinstimmend: der Vortrag von Dieter Breithecker, Leiter der deutschen “Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltung- und Bewegungsförderung”. Unter dem Motto “Bewegung beeinflußt Das Denken” wurde klar, wie sehr von den Kindern frei gewählte Bewegung zur Gehirnentwicklung und neuronalen Vernetzung beiträgt.

“Die Kinder machen zu viele Erfahrungen aus zweiter Hand, vor Fernseher oder Computer, nur mit dem Auge oder dem Ohr”, so Breithecker. “Das ist einseitige sensorische Kost, Motorik, Gleichgewicht, Tastsinn bleiben unterfordert – genau das, was das Gehirn in einen Aktivzustand bringt. Bewegung  ist das Medium, das die geistigen Prozesse rhythmisiert.”

Auf die ersten Jahre kommt es an!

“Das Gehirn ist nicht zum Befolgen von Instruktionen und Anweisungen da, sondern es ist zum Lösen von Problemen gedacht!” Genau dazu braucht es gespürte Erfahrungen, vor allem in der Kindergarten- und Volksschulzeit. Das bedeutet nicht das behütete, vorgegebene Herumsteigen auf Spielplatz-Geräten, sondern die selbstgewählte Herausforderung eines Baumes, eines Baumstammes, oder einfach Herumtollen in freier Natur. “Eine Bewegung ohne Wagnis- oder Grenzerfahrung ist viel weniger wert für die Entwicklung eines Kindes als eine Bewegung mit Risiko”, so Breithecker. So entstehen auch Kernkompetenzen wie Selbstbewußtsein, Selbstwertgefühl und Risikobewußtsein. “Wer seine Grenzen nicht auslotet, wird niemals wissen wo sie liegen.” Und “Kinder wollen sich freiwillig lustvoll schinden um sich weiter zu entwickeln – die Erwachsenen müssen die Rahmenbedingungen dafür schaffen.”

 

Dr. Dieter Breithecker zum Thema Bewegung und Bildung:

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Bewegung und Bildung?

Menschen haben bekannterweise Grundbedürfnisse wie Trinken, Essen und

Schlafen. Aber auch die Bewegung gehört dazu. Ohne Bewegung ist kein

Leben möglich. Allerdings ist Bewegung auch mehr als Sport. Es reicht also

nicht, wenn mein Kind einmal die Woche zum Fußball spielen geht.

Wichtige Bewegungen sind Klettern, Springen, Balancieren, Matschen, in

Pfützen treten, mit anderen toben und raufen. Dies sind alles Tätigkeiten, mit

denen ein Kind sich selbst ausprobiert und seine Umwelt erkundet. Es sammelt

so komplexe Erfahrungen, die wichtig und grundlegend für die körperlichen und

geistigen Entwicklungsprozesse sind. Diese Erfahrungen und die daraus

gewonnenen Erkenntnisse sind konkret. Auf dieser Basis werden abstrakte

Zusammenhänge verständlicher. Beispielsweise macht ein Kind, wenn es auf

einem Baumstamm balanciert, seine Erfahrungen mit der Schwerkraft. Diese

spielerisch erworbene Erkenntnis ist die Grundlage, um beispielsweise

physikalische Gesetzmäßigkeiten wie die Gravitationsgesetze besser zu

verstehen.

Wissenschaftlich gesehen gibt es keinen unmittelbaren Zusammenhang, dass

Bewegung schlau macht. Aber was bewiesen ist: Sich bewegen ist schlau.

Komplexe Bewegungen vermitteln grundlegende Einsichten und Erkenntnisse.

Darüber hinaus wird das heranwachsende Gehirn in seiner Entwicklung optimal

unterstützt. Anlagen werden besser ausgebildet und die Voraussetzungen für

das Lernen sind somit optimiert.

Wieso ist Bewegung für die Entwicklung des Menschen so wichtig?

Ein Mensch braucht neben einer gesunden biologischen Entwicklung auch gewisse

Kernkompetenzen wie Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, soziale

Kompetenz und auch Risikobereitschaft. Diese Eigenschaften erwirbt man am

besten in der in Interaktion mit seiner Umwelt und auch in Bewegungsformen,

die durchaus potentiell risikobehaftet sind.

Aber: Wo dürfen Kinder heute noch ein Risiko eingehen? Eigentlich haben

Kinder von Natur aus den Drang, grenzwertige Erfahrungen zu machen.

Bewegung muss unter die Haut gehen. Wenn ein Kind auf einen Baum klettert,

geht es ein überschaubares Wagnis ein. Das Kind muss planen, organisieren

und seine Fähigkeiten gekonnt einsetzen, um das Ziel zu erreichen. Diese

angegangene „Problemlösung“ hat einerseits einen positiven Effekt auf einen

wichtigen Teil des Gehirns, den Frontallappen, der für geplantes, organisiertes

und strukturiertes Handeln zuständig ist. Andererseits wird beim erfolgreichen

Abschluss das Gefühl gestärkt, etwas geschafft zu haben. Kompetenzen wie

Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Risikobereitschaft und

Selbstsicherungsfähigkeit erhalten dadurch ihre Grundlage. Bewegung fördert

die körperliche, geistige und seelisch-emotionale Entwicklung.

Wie entfaltet sich der natürliche Bewegungsdrang meines Kindes am

besten?

Die Bedeutung der Bewegung für die körperlichen, geistigen und psychischen

Entwicklungsprozesse hat ihren Ursprung in der Entwicklungsgeschichte.

Streng genommen tragen wir noch die Gene des Steinzeitmenschen in uns.

Damit Kinder sich harmonisch entwickeln können, müssen sie ihr genetisch

angelegtes Bewegungsbedürfnis in einer bewegungsanregenden Umwelt

ausleben.

Am besten bewegen sich Kinder in der Natur, Spielplätze unterfordern Kinder

meist. Aber auch in einer Großstadt finden Kinder einen Weg, sich zu bewegen:

Sie hüpfen und springen in phantasievoller Weise den Bordstein entlang oder

klettern im Park an Bäumen und Denkmälern hoch.

Um die Bewegungsfreude der Kinder zu fördern, sind bereits die ersten

Lebensjahre entscheidend – also noch vor der Kita. Eltern sollten dafür sorgen,

dass Kontakte zu anderen Kindern möglich sind und sie ihr Kind nicht

überbehüten, weil dies entwicklungshemmend wirkt. Es liegt aber auch in den

Händen von Sportlehrern und Erziehern, den Bewegungsraum oder die

Sporthalle so zu gestalten, dass die Kinder komplex gefordert werden –

beispielsweise in Form eines Bewegungsgartens.

Mein Kind benimmt sich wie ein lebendig gewordener Flummy und kann

nicht eine Minute ruhig sitzen oder sich konzentrieren. Was raten Sie?

Was immer wieder vergessen wird: Ein Grundschulkind kann nicht länger als

fünf Minuten still sitzen, dann beginnt es unruhig zu werden und fängt an zu

kippeln oder rumzuhampeln. Gerade in diesem Alter laufen noch viele

Reifungsprozesse ab. Pro Sekunde entstehen beispielsweise im Gehirn

30.000 Netzwerk-verbindungen auf einem Quadratzentimeter, die überleben

nur durch Aktivitäten.

Den Erwachsenen muss bewusst werden, dass Kinder von heute viel zu viel

Zeit in geschlossenen Räumen verbringen und zu lange vor Computer und

Fernsehen sitzen. Da staut sich sehr viel Bewegungsdrang auf, der irgendwann

explodiert. Die Kinderwelt ist immer noch eine Bewegungswelt, für die wir

sorgen müssen.

Zur Person: Dr. Dieter Breithecker

Sportwissenschaftler Dr. Dieter Breithecker ist Leiter der

„Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung

e. V.“ und Berater der Bewegungsgruppe im JAKO-O Katalog. Dr.

Breithecker ist Vater von drei Kindern.

Spielen kommt in Kindergärten zu kurz

Spielforscher gehen davon aus, dass Kinder in den ersten sechs Lebensjahren 15.000 Stunden spielen. “Das sind acht Stunden pro Tag, das ist ein Fulltime-Job”, übersetzt
Cornelia Wustmann, Österreichs erste Universitätsprofessorin für Elementar-Pädagogik. “Im Spiel können Kinder alles ausprobieren. Ihr Spiel ist selbstbestimmt, freudvoll, intensiv, mit Aufgaben, die sich selbst stellen oder, die sich von Erwachsenen abschauen – und es ist voller Wiederholungen. In einem Kindergarten mit optimalen Bedingungen gibt es für sie unglaublich viele Bildungsmöglichkeiten.”
Doch bei optimalen Bedingungen für Personal und Kinder rangiert Österreich laut Experten im internationalen Vergleich eher hinten.
Der gesamte Kurier-Bericht: http://kurier.at/nachrichten/4273082.php

Macht der kindliche Mangel an Naturerfahrung krank?

“Kinder in der Natur sind heutzutage eine aussterbende Spezies.
Die Folgen dieser »Natur-Defizit-Störung«, wie der Autor Richard Douv sie nennt:
Flucht in virtuelle Welten, Hyperaktivität, Gewalt, Sucht, ein gesteigerter Gebrauch
von Psychopharmaka sowie eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber Natur
und Umwelt.”
“Das letzte Kind im Wald?” – so der traurig-provokante Titel des Buches von Richard Louv, erschienen im Beltz-Verlag.
Die heutigen Generationen sind die ersten seit Menschengedenken, die ohne direkte Beziehung zur Natur aufwachsen. Gleichzeitig sorgen Umweltkatastrophen dafür, die Natur immer weiter zu bedrohen und zu zerstören. Welche Konsequenzen hat solcher Naturverlust für unsere Kinder, was können wir dagegen tun?
Dieses Buch, das in den USA und vielen Ländern Europas bereits breite ökologische Bewegungen ausgelöst hat, will unseren Kindern die Natur zurückgeben, weil sie sie für ihre gesunde Entwicklung brauchen.
In seinem Buch stützt sich Richard Louv auf zahlreiche Interviews und Gespräche,
die er über Jahre hinweg mit Wissenschaftlern, Eltern, Kindern, Lehrern und Pionieren
der Umweltbewegung geführt hat.
Liest man ihre Erfahrungen und Erzählungen, tritt viel Überraschendes zutage,
und es zieht den Leser wie magisch nach draußen.

Das Vorwort zu dem Buch hat Kinder-Lobbyist Prof. Gerald Hüther geschrieben. Ein aus diesem Anlass geführtes Interview zum Thema hören Sie unter: http://www.podcast.de/episode/2569598/Macht_der_kindliche_Mangel_an_Naturerfahrung_krank%3F

Was Eltern heute brauchen – Veranstaltungstipp

Sie sollen Versorger und Ins-Leben-Begleiter sein, Spielpartner, Förderer der Kinder von Anfang an, Hausaufgabenpartner, Freizeitgestalter, Freund, Erzieher, …. Eltern erleben heutzutage vermehrt: Leistungsdruck, Bildungsdruck, Freizeitstress, Erziehungsdruck, Vereinbarkeitsdilemma und auch oft einen finanziellen Druck. Wie geht es Eltern und was brauchen sie?

Bei der Fachtagung „Eltern unter Druck“ auf der Pädagogischen Hochschule Linz soll die Lebenssituation der Eltern in den Mittelpunkt gestellt werden. Thematisiert wird: Wie geht es Eltern und was brauchen sie? Schaffen wir Solidarität für und mit den Eltern. Diese Fachtagung ist für Eltern und alle, die mit Eltern zu tun haben. Das Hauptreferat wird Frau Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Psychotherapeutin und Erziehungsexpertin halten.

Dazu gibt es Workshops zu interessanten Themen wie Elterncoaching, Schule und Elternarbeit.

Eltern unter Druck: 13. Oktober 2011, 9.00 – 16.00 Uhr

  • Pädagogische Hochschule der Diözese Linz
    Salesianumweg 5, 4020 Linz

mehr Info unter http://www.familienakademie.at/termine