Naturpädagogik

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Im Wald sind wir besonders aufeinander angewiesen. Gruppenzugehörigkeit, Verlässlichkeit und Mithilfe sind wichtig. So sind viele Vorhaben der Kinder ohne die Hilfe der anderen nicht realisierbar. Ganz abgesehen davon, dass die Abenteuer alleine auch nicht so viel Spaß machen. (Hütten bauen, Klettern, Schatzsuche, Bach stauen, Rollenspiele,…..)

Und ganz „nebenbei“ werden die motorischen, die sprachlichen, die sozialen Fähigkeiten trainiert. Die Bewegung hilft dem Körper sich gesund zu entwickeln und dem Gehirn, sich zu vernetzen und die Synapsen auszubilden. Gemeisterte Wagnisse umd bestandene Herausforderungen stärken das Selbstbewußtsein.

Stellen wir uns vor, wir müssten einige Kilometer über eine schnurgerade, ebene, hindernisfreie Betonbahn gehen.
Am Ende der Strecke werden wir ermattet sein.
Wie anders wird es uns bei einer Wanderung durch den Wald ergehen!
Da sind verschlungene Pfade. Es geht über Stock und Stein. Wurzeln, Moos, dichtes Gebüsch, Rinnsale.
Das Licht ist dämmerig. Du musst ganz Auge, ganz Ohr sein. Ganz Nase:
Es duftet nach Waldkräutern und Waldboden.
Seltsame Geräusche von überall her. Vogelstimmen.
Am Ende des Weges sind wir erfrischt, fast neugeboren.

Was war geschehen?

Im Wald war ich mit Körper, Seele und allen Sinnen beansprucht. Überall kleine Hindernisse, verbundene Wagnisse.
Auf der risikolosen Betonbahn forderte mich nichts heraus. Ich hatte nichts zu bestehen.
Ich war sozusagen überflüssig.
Das ist es was uns kaputt macht:
Die Unterschlagung unserer Fähigkeiten.
Wo kein Wagnis, da kein Gewinn,
wo kein Spiel, da kein Leben.
Hugo Kükelhaus, 1900 – 1984

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