Der Kampf um die „gesunde Ernährung“

Ernährung von Kindern

Viele Mütter können ein Lied davon singen: Gerade jene Lebensmittel, die “verboten” sind (Schokolade, Kekse, Kuchen, Chips, Cola …), genießen im Ansehen der Kinder besonders hohen Stellenwert. Und umgekehrt treiben die Lebensmittel, die man forciert, Kinder eher in die Flucht (Gemüse, Salat, …). Leider muss man an dieser Stelle sagen: Viele Mütter sind selbst daran schuld – obwohl ihnen das natürlich nicht bewusst ist, so die Linzer Ernährungswissenschaftlerin Mag. Eva Fauma.

Es ist wissenschaftlich untersucht, dass Lebensmittel, für deren Verzehr Beschränkungen gelten, auf Kinder einen besonderen Reiz ausüben. Klassischerweise sind das Süßigkeiten und salzige Knabbereien. Gleichzeitig setzen Eltern, Großeltern oder Tanten Süßigkeiten aber oft als Belohnung (“für den Einser auf die Mathearbeit”) oder Trost (“ein Zuckerl gegen das aufgeschundene Knie”) ein. Das suggeriert: Süßigkeiten müssen etwas Besonderes und damit etwas besonders Erstrebenswertes sein. Die Folge: Deren Attraktivität steigt. Umgekehrt wurde nachgewiesen, dass Lebensmittel, für deren Verzehr belohnt wird (“wenn du das Gemüse isst, darfst du später fernsehen”) eher abgelehnt werden. Die Strategie der Wahl sollte daher von Anfang an ein entspannter, flexibler Umgang mit der Lebensmittelwahl sein.

Eine Lernaufgabe für Eltern, Großeltern, KindergartenbetreuerInnen und LehrerInnen der heutigen Zeit: Gewähren Sie Kindern mehr Platz für Eigenverantwortung beim Essen! Dass dieser Appell nicht unbegründet ist, zeigt folgendes Studienergebnis: Kinder jener Mütter, die besonders restriktiv über das Essverhalten Ihrer Sprößlinge wachten, aßen in unbeobachteten Situationen besonders viel und unkontrolliert. Angesichts der steigenden Prävalenz für Übergewicht und Adipositas bereits im Kindes- und Jugendalter ein bedenklicher Umstand. Daher gilt hin und wieder auch beim Essen: “Kinder an die Macht”.

Essverhalten lernen

Jüngere Kinder sind hinsichtlich ihrer Vorlieben noch leichter formbar als ältere. In diesem Alter kann demnach die Basis für eine ausgewogene Ernährung gelegt werden, die durch ihre Vielfalt sowie die Zufuhr aller essenziellen Nährstoffe nicht nur die Entstehung von Übergewicht hemmt, sondern auch vor Krankheiten schützt.


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