Eltern als „beste Freunde“ funktioniert bei Tyrannenkindern nicht

Was tun mit den Tyrannenkindern? Wie umgehen mit dem Nachwuchs, der uns essgestört, chillbewusst, leistungsverweigernd und verhaltensoriginell in die Resignation treibt? Kinder-Lobby Mitglied und Jugendpsychotherapeutin Martina Leibovici-Mühlberger glaubt, dass diese Kinder beim Bewältigen zukünftiger Herausforderungen zu den Besten gehören können. Ihre richtige Erziehung setzt allerdings ein neues Menschenbild voraus.

Moderne Eltern begeben sich gerne in die Rolle eines besten Freundes oder eines Steigbügelhalters ihres Kindes. Es geht dann nicht mehr darum, das Kind zu erziehen, sondern nur noch darum, ihm zu applaudieren. Solche Eltern geben jedem Wunsch ihrer Kinder nach und wissen bald nicht mehr weiter. Denn die Kinder „wollen“ und „fordern“ nur noch. Doch diese Tyrannenkinder können in Zukunft nicht mehr mit der Welt mithalten. Für ihre Eltern formuliert Martina Leibovici-Mühlberger, selbst Mutter von vier Kindern, eine klare und eindeutige Botschaft: „Wer sein Kind für die Anforderungen der Zukunft vorbereiten will, muss in der Erziehung auf ein neues Menschenbild setzen!

Homo sapiens socialis statt Tyrannenkinder

Martina Leibovici-Mühlberger erklärt in ihrem neuen Buch „Der Tyrannenkinder-Erziehungsplan“, wie dieses neue Menschenbild, der „Homo sapiens socialis“, aussieht: Der neue Mensch weiß, wie er sich in sozialen Situationen
durchsetzen kann, und wann das nötig ist. Er kann sich ebenso zurückziehen, wenn ihn gerade niemand braucht. Er bringt einen Mehrwert in seine soziale Gruppe ein, ohne egoistisch zu sein. Aufgrund seiner Erziehung hat der homo sapiens socialis erfahren, wie er sich in seiner sozialen Umgebung richtig bewegen kann.

Martina Leibovici-Mühlberger gibt in ihrem Buch praktische Ratschläge, wie die Erziehung eines Tyrannenkindes zum Homo sapiens socialis aussehen kann. Eltern sollten versuchen, ihre Kinder genau kennenzulernen und möglichst viel über sie zu erfahren. Der Förderwahn muss zum Wohl der Kinder aufhören. Stattdessen sollen Eltern auf die echten Bedürfnisse, die sich in jeder Entwicklungsstufe der Kinder zeigen, hören und dementsprechend deren Interessen und Stärken ausprägen.

Eine besondere Rolle spielt dabei das Familienleben. Kinder brauchen viele Aktivitäten und starke Beziehungen innerhalb des Familienverbandes, damit sie lernen können, Führungsstärke zu beweisen, wenn es nötig ist. Auch Tyrannenkinder können durch richtige Erziehung das neue Menschenbild verinnerlichen und so zu erfolgreichen
Akteuren in der globalisierten Welt aufsteigen.

Die Autorin: Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, M.Sc., Mutter von vier Kindern, ist praktische Ärztin, Gynäkologin, Ärztin für Psychosomatik und trägt als Psychotherapeutin das European Certificate of Psychotherapy. Sie leitet die ARGE Erziehungsberatung und Fortbildung GmbH, ein Ausbildungs-, Beratungs-, und Forschungsinstitut mit sozialpsychologischem Fokus auf Jugend und Familie (www.fitforkids.at). Sie schrieb unter anderem den Bestseller „Wenn die Tyrannenkinder erwachsen werden“ und ist Verfasserin zahlreicher wissenschaftlicher Fachartikel, sowie
gefragte Vortragsreferentin und Mitglied der Kinder-Lobby.


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