“Entgrenzte Kinder” als ADHS-Opfer

“Wir gehen davon aus, dass bei etwa 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die wegen ADHS beim Psychologen vorstellig werden, das Problem durch eine kompetente Erziehungsberatung gelöst werden kann”, so die deutsche Sozialpädagogin Marion Milbradt. Aus ihrer Sicht beruhen ADHS-Symptome in erster Linie auf Eltern, die keine Grenzen setzen. ” Die wenigsten Eltern sind sich des Sachverhalts bewusst, dass Erziehung nichts Anderes ist als Grenzen setzen. Bei den heutigen „ADHS Kindern“ handelt es sich um „entgrenzte Kinder“, die verzweifelt in ihrer Umwelt nach Halt suchen, heißt herausfinden müssen, wie weit sie in den unterschiedlichen Lebenssituationen gehen dürfen.”

Das Leben in unserer Leistungsgesellschaft begünstigt die oben beschriebene Entwicklung: Auf der einen Seite müssen Probleme rasch aus der Welt geschafft werden,  dass Kind soll schnell wieder konzentriert und leistungsfähig werden, schnell seinen Schulstoff durcharbeiten, um erfolgreich an der nächsten G8 Studie teilnehmen zu können. Es bleibt nur wenig Zeit, neben der Erziehung in unterschiedlichen Institutionen, ausgelassen in der Familie zu sein, über Wiesen zu laufen, zu spielen und soziale Erfahrungen zu sammeln.

Grenzen machen gesellschaftsfähig

Ein Kind, welches von den Erziehungsberechtigten keine Grenzen erhält, daher macht was es will, die Mutter schlägt und den Vater tritt, ihm daraus aber keine Konsequenzen erwachsen, wird auch in der Gesellschaft immer häufiger die Grenzen von seiner Mitmenschen überschreiten. Wenn das Erlangen von sozialer Verantwortung ein gesellschaftlich erklärtes Ziel ist, müssen wir im Kleinen, daher in der Familie beginnen, die Eltern wieder zur Erziehung zu befähigen und stark und sicher zu machen. Es gibt immer mehr von Psychologen ausgetestete „Überflieger“ – Kinder, welche oftmals starke soziale Defizite aufweisen, dafür aber als hochintelligent eingestuft werden, was aus der permanenten „Selbstverwaltung“ und Überforderung des Kindes heraus resultiert, daher handelt es sich hierbei meistens um „entgrenzte Kinder“.

“Entgrenzte Kinder”

Unsere Gesellschaft benötigt weniger hochintelligente „kleine Monster“, sondern mehr Menschen, die Verantwortung übernehmen und die Grenzen ihrer Mitmenschen achten und respektieren. Hieraus resultiert, dass wir uns wieder bewusst darüber werden, worauf es ankommt – und uns auch nochmals der Wichtigkeit bewusst werden, dass wir als Eltern maßgeblich für die gesunde Entwicklung unserer Kinder verantwortlich sind. “Wo Liebe, Respekt und Achtung füreinander gelebt wird, brauchen wir kein Ritalin.” so Milbradt.


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