Freies Spiel – am besten in der Natur

Immer wieder stellen sich Eltern die Frage, wie sie ihre Kinder am besten fördern können. damit es klug, geschickt, sozial anerkannt und selbständig wird. Ein wesentlicher “Trick” sei hier verraten: die Kinder viel “frei” spielen lassen und das am besten in der Natur. Untermauert werden diese Ansätze von der Studie “Fördert das Spielen in der Natur die Entwicklung der Motorik und Kreativität von Kindergartenkindern” von Sarah Kiener, zur Verfügung gestellt von Kinder-Lobbyist Gregor Bayer.

Die Studie beschäftigt sich mit der Frage, wie das Spielen in der Natur Lebenskompetenzen von Kindern stärken kann. Lebenskompetenzen stärken bedeutet, Selbstvertrauen, Selbstbehauptung, Selbstkompetenz, Kommunikationsfähigkeit und zwischenmenschliche Beziehungen, Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz, Widerstand gegenüber Gruppendruck, Umgang mit Gefühlen, Stress und Angst, kritisches Denken, Problemlösefähigkeiten sowie Entscheidungs- und Handlungskompetenz zu fördern.

“Im unmittelbaren Wohnumfeld der Kinder schwinden natürliche Spielräume, in denen sie unbeaufsichtigt mit anderen Kindern spielen können, zusehends. Die Kinder ziehen sich in die Wohnung zurück, wo Bewegungsaktivitäten wegen Platzmangel und oft auch einem Überangebot von Spielzeug und Medien weniger möglich werden. Um Kontakt zu anderen Kindern zu finden, nehmen sie häufig institutionalisierte Angebote in Anspruch.

Durch die zunehmende Institutionalisierung der Kindheit nimmt auch die Bedeutung der kompensatorischen Möglichkeiten von Institutionen zu. Die Stärkung von Lebenskompetenzen ist umso wirksamer, je früher im Kindesalter sie beginnt. Die Institution, in der Vorschulkinder wohl die meiste ihrer Zeit verbringen, ist der Kindergarten. Immer mehr KindergärtnerInnen gehen mit ihrer Klasse regelmässig in den Wald, um den Kindern einen Spiel- und Lebensraum zu eröffnen, der ihren elementaren Bedürfnissen nach Bewegung, Erkundung und Erforschung, nach autonomer Gestaltung der Spiel- und Handlungsmöglichkeiten und Anregung aller Sinne entgegenkommt. ” (Studie Sarah Kiener)

Interessant: die Kiener-Studie vergeicht Kinder aus Regelkindergärten, Regelkindergärten mit Waldtagen und aus Waldkindergärten. Zentrale Ergebnisse: Die WKG-Kinder wiesen nach einem Jahr Waldkindergarten bessere Leistungen in Motorik und Kreativität auf.

“Die Eltern der WKG- und IKG-Kinder bemerkten, unabhängig vom Alter der Kinder, mehr positive Veränderungen bezüglich der Fantasie und Kreativität ihres Kindes, die sie auf den Besuch des Kindergartens zurückführten, als die Eltern der RKG-Kinder. Die bemerkten Veränderungen betrafen vor allem das kreativere und ausdauernde Spielen ohne Spielzeug und das fantasievollere und kreativere Basteln. Es scheint, dass die Dauer des freien Spielens draussen im Kindergarten einen wichtigen Einfluss auf die Ideenflüssigkeit und –flexibilität von Kindergartenkindern hatte. Ein vielfältig strukturierter Aussenraum und unstrukturiertes Spielmaterial (Baumaterial, Naturmaterial, Lego, Kappla-Klötze u.ä.) wirkten sich nur dann positiv auf die Kreativität der Kinder aus, wenn sie diese auch genügend lang im Freispiel nutzen konnten. Kinder von Eltern, die fanden, dass Kinder möglichst unbeaufsichtigt spielen können sollten, die unbeaufsichtigt im Hof oder auf einer anderen Freifläche vor dem Haus spielen durften und die Ende Schuljahr häufiger mit Naturmaterial spielten als Anfang  Schuljahr, zeigten bessere Leistungen im Kreativitätstest. “

Auffallend: in vielen Bereichen gab es keine gravierenden Unterschiede zwischen Regelkindergartenkindern und Regelkindergartenkindern mit einem Waldtag. Fazit: ein “Alibi-Vormittag” im Wald bringt nicht wirklich viel, die Kinder brauchen mehr Natur!

hier geht´s zur kompletten Studie: Natur-Motorik-Kreativität


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