Kinder wollen herumtollen!

Unbeobachtet Wildfang sein. Fröhlich oder spitz loskreischen. Dreckig werden ohne schlechtes Gewissen. Mit Gleichaltrigen die Welt entdecken. Das schönste Spiel- und Bewegungsparadies für Kinder ist und bleibt die Natur.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung!

Nix wie raus ins Freie! Hier können Kinder nach Herzenslust spielen oder auf spannende Entdeckungsreise gehen

Stundenlanges Computerspielen stutzt der Fantasie der Kinder die Flügel. Und so wissen viele gar nicht, was für herrliche Abenteuer jenseits der Bildschirme und Tastaturen auf sie warten. Dabei sind laut Pädagogen gerade Spiel und Bewegung im Freien so ungeheuer wichtig für die Entwicklung. Sie macht Kinder klug, gesund und glücklich. Beim Herumpirschen wie Robin Hood, anstrengendem Baumkraxeln oder geheimen Verstecke bauen entdecken sie die Welt und lernen soziales Verhalten.

„Kinder brauchen die Möglichkeit sich auszutoben“, sagt auch Margarethe Tschannett, Physiotherapeutin und Psychomotorikerin. Dabei kommt es schon vor, dass sich Mädchen und Buben ab und zu in herausfordernde bis gefährliche Situationen begeben. Was erwachsene Betreuer ins Schwitzen bringt, ist für Kids aber essenziell, denn wir lernen durch Erfahrung und was wir erleben, lernen wir kennen und wollen wir schützen.

Springen, Hüpfen, Rutschen, Schaukeln – das macht Kindern aller Altersstufen Riesenspaß. Vor allem neue Attraktionen wie Burgen mit mehreren Eingängen oder Klettergärten mit vielen Seilen erfreuen sich großer Beliebtheit. Damit die Kleinen noch sicherer spielen können, wurden neue Gerätenormen festgelegt.

Und wie kriegt man die lieben Kleinen vor die Tür? Am besten mit Spielen in der Natur, die Spaß machen und durch Freiräume, die möglichst viele verschiedene Aktivitäten zulassen. Birgit Gegenbauer von “die umweltberatung“: „Biotope wie Blumenwiesen, Holzhaufen, Beerenhecken oder unberührte „wilde Ecken“ ermöglichen spannende Naturbeobachtungen. Diese Räume ändern sich im Jahresverlauf und bieten immer wieder neue Reize und Anregungen.“

Falls Ideen fürs Herumtollen fehlen, kann man sich von Spiele inspirieren lassen, die sich schon seit Hunderten von Jahren als lustiger Zeitvertreib bewährt haben. „die umweltberatung“ hat diese teilweise in Vergessenheit geratenen Schätze wiederentdeckt. Auch wenn Spielplätze in der Natur kein besonders Inventar brauchen: Spiele, die schnell erklärt sind und ohne viel Aufwand überall gespielt werden können, machen das Freiluftvergnügen gleich doppelt spannend. Wie lustig, herausfordernd aber auch sozial anspruchsvoll z.B. „Ritterknobeln“, „Schneider, Schneider, leich ma´ d´ Scher“, „Feuer, Wasser, Sturm“ oder „Eisbär und Pinguin“ sind, entdeckten Pädagogen bei einer Tagung  in St. Pölten.

Freiräume machen Kinder kreativ

Kinder sind viel kreativer als die Erwachsenen glauben. Damit die Kleinen ihre Fantasien und Ideen auch ausleben können, brauchen sie wenig – hauptsächlich Freiräume zum denken und tun.

Wie Kids ohne fertiges Spielzeug spielen, erzählte etwa Michael Fimberger, Pädagoge im Kindergarten „Fun&Care“: Beim Projekt „spielzeugfreier Kindergarten“ wurden vorgefertigte Spiele aus dem Spielzimmer entfernt und die Kreativität der Kinder war zum Spielen mehr gefragt. Seiner Erfahrung nach wurden die Mädchen und Buben teamfähiger und kreativer in der Lösungskompetenz, schüchterne Kinder selbstbewusster und die Gruppe gleichberechtigter.

Auch Arno C. Hofer von Ludovico, dem Institut für Spielkultur und Spielpädagogik begrüßt die jüngste Entwicklung der „komponierten“ Spiele: Hier geht es nicht mehr nur um Gewinnen und Verlieren, sondern auch um sozial verträgliche Lösungen, Eigenverantwortung und kooperatives Spielen.

Dass langfristiges Lernen bei Kindern am besten mit kreativen Freiräumen und eigenständigem Entdecken funktioniert, bestätigte auch Prof. Dr. Rainer Buland, Leiter des Instituts für Spielforschung an der Universität Mozarteum in Salzburg. Kontraproduktiv sind Überregulation und Kontrollzwang.

Übrigens spricht auch nichts gegen aufkommende Langeweile. Ganz im Gegenteil. Birgit Gegenbauer plädiert sogar für mehr Planlosigkeit: „Heutzutage geht die Langeweile ab. Dabei ist sie der Motor für Kreativität und Aktivität.“ In diesem Sinne – viel Spaß beim Spiele entdecken.


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