Neue Annäherung an Mobbing in Schulen

„Mobbing in der Schule“ ist in den letzten Jahren ein akutes und aktuelles Problem geworden, dem von pädagogischer Seite oft noch hilflos begegnet wird. Mobbing findet in fast allen Schulklassen statt, die Häufigkeit ist bereits jetzt erschreckend hoch  – und sie steigt immer weiter an. Untersuchungen zeigen, dass im Durchschnitt aller Schulstufen und aller Schultypen etwa jede(r) 7. Schülerin/Schüler von Mobbing betroffen ist.

Dennoch ist die Debatte über Mobbing von Missverständnissen geprägt. Mobbing darf nicht verharmlost werden, dabei geht es nicht um Schülerstreiche, sondern um eine Gewaltproblematik, die die Institution Schule vor große Herausforderungen stellt. Bislang stehen allerdings nicht genügend effektive Instrumente zur Verfügung, um Mobbing zu stoppen.

Die Familienberaterin Petra Torker-Baumgartner hat sich in den vergangenen Jahren auf das Thema Mobbing an Schulen spezialisiert und in Österreich die Methode des “no blame approach” institutionalisiert.

Der „no blame approach“ wurde in den 1980er Jahren von George Robinson und Barbara Maines in England entwickelt und arbeitet mit systemischen und kurzzeittherapeutischen Mitteln. Die Methode kommt ohne Opfer und ohne Täter aus. Statt dessen spricht er von „Akteuren“ und „Betroffenen“. Er ist unter anderem deshalb so gut geeignet, weil es sich im Schulgeschehen oft als schwierig erweist, „Akteure“ ihrer Taten zu überführen. Mehr als 50 Prozent der Mobbing-Handlungen finden in den Pausen, im Sportunterricht oder auf den Schülertoiletten statt. Sowohl die „Akteure“ als auch Eltern verlangen aber stets Beweise, die auf Grund der teils sehr raffinierten Vorgehensweise bei Mobbing oft nicht geliefert werden können. Wenn diese „Beweislast“ entfällt, gewinnt die Schule ihre Handlungsfähigkeit zurück.

Mehr Info zu dem Thema: http://www.noblameapproach.at/


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