Neue Herausforderungen

Alles ist im Fluss, unser Leben hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Es gibt heute kaum mehr Großfamilien mit mehreren Kindern, unterschiedlichen Erziehungspersonen, lebenslangen Ehen und Müttern, die größtenteils zuhause sind.

Realität ist die Ein- bzw. Zweikindfamilie. Beinahe 50% der Ehen werden geschieden, die durchschnittliche Dauer einer Ehe in Österreich beträgt 7 Jahre, die Zahl der  Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher steigt, die Armut wächst und sie ist weiblich und betrifft immer mehr Kinder.

Zunehmend begegnen wir an Schulen Kindern, deren Sozialisation mangelnde Gemein­­schaftsfähigkeit aufweist und Kindern, die keine Grenzen kennen, weil alle ihre Wünsche erfüllt werden.

Natürlich haben wir viele problemlose Kinder, aber wir haben immer mehr Kinder, die andere Antworten  und vor allem einen ganzheitlichen Ansatz brauchen. Kinder brauchen Verlässlichkeit, klare stabile Strukturen, Vorbilder und vor allem auch die Gemeinschaft mit anderen Kindern.

Verändern heißt „in harten Brettern bohren“ – mit Leidenschaft und Augen­maß. Verändern heißt Mühen auf sich nehmen. Sobald man weiß, wohin man will und warum, ist das Wichtigste geschafft.

Alle Kinder haben Talente, sie zu finden ist unsere Aufgabe.

Wenn du ein Schiff bauen willst,

so trommle nicht Männer zusammen,

um Holz zu beschaffen,

Werkzeuge vorzubereiten,

Aufgaben zu vergeben,

um die Arbeit zu erleichtern,

sondern wecke in deinen Leuten die Sehnsucht

nach dem endlosen weiten Meer.

Franz Spiesberger ist Direktor der Nikolaus Lenau-Schule in Gmunden und Vorsitzender der Heilpädagogen Oberösterreichs.


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