Schulschluss bringt Misere zu Tage

Burn Out, psychosomatische Erkrankungen, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit – immer mehr Jugendliche und auch schon Volksschul-Kinder leiden unter streßbedingten Erkrankungen und Symptomen. Der Schulschluß bringt diese Misere besonders zutage, weil sich dann in vielen Familien die Situation zuspitzt. Das als “temporäre Erscheinung zu Schulschluß” zu sehen würde der Problematik nicht gerecht – es zeigt eine traurige, alarmierende Tendenz: immer mehr Kinder und Jugendliche – aktuell rund 20 (zwanzig!) Prozent zwischen 7 und 18 Jahren – zeigen psychische Auffälligkeiten, wie eine Analyse der OÖ. Ärztekammer zeigt. Dazu nur eine Zahl: Die stationären Zugänge der Kinderpsychosomatik am LHK Steyr sind von 49 im Jahr 2007 auf 100 im Jahr 2009 gestiegen…

Die Informationen zusammengefasst: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,425020

Wichtig gerade in dieser Zeit, dass die Eltern in schwierigen Situationen richtig reagieren. Anbei die Tipps der Experten der OÖ. Ärztekammer:

Tipps für Eltern

Kinder und Jugendliche erwarten keine perfekten Eltern. Wichtig ist, dass eine gute und sichere Bindung entstehen kann. Dazu einige Anregungen:

  • Respektieren Sie ihr Kind. Achten Sie seine Gefühle, seine Würde und Privatsphäre. Ihren Respekt drücken Sie auch dadurch aus, dass Sie Ihre Erwartungen deutlich erklären. Kinder und Jugendliche wollen wissen, was auf sie zukommt.
  • Vermeiden Sie es, ihr Kind in peinliche Situationen zu bringen, denn diese untergraben die Selbstachtung. Manchmal müssen Sie es sogar davor schützen, sich selbst bloßzustellen, vor allem vor Gleichaltrigen.
  • Zeigen Sie Interesse an Ihrem Kind. Fragen Sie nach seinen Gedanken und Ängsten. Ehrliches Interesse zeigt ihm, dass es ernst genommen wird.
  • Übertragen Sie Ihrem Kind auch eigenständige Aufgaben und lassen Sie ihm Raum für eigenständige Entscheidungen, damit es Zutrauen in seine eigene Willens- und Urteilskraft gewinnen kann.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Erwartungen realistisch und den Stärken und Schwächen Ihres Kindes angemessen sind. Durchschaubare und erfüllbare Erwartungen können motivieren. Unrealistische und unausgesprochene Erwartungen können jedoch Verwirrung und Angst auslösen.
  • Erkennen Sie die Bemühungen Ihres Kindes ebenso an wie seine Erfolge. Heben Sie das Positive an den Bemühungen hervor und vermeiden Sie Kritik am Negativen. Betonen Sie auch stets den Lernzuwachs Ihres Kindes. Für seine Selbstachtung ist es wichtig zu spüren, dass es nicht nur liebenswert, sondern auch leistungs- und lernfähig ist. Die Beschreibung konkreter positiver Leistungen und Bemühungen ist dabei vorteilhafter als allgemeines Lob.
  • Streichen Sie bei schulischen Misserfolgen Ihrem Kind nicht Hobbys, die ihm wichtig sind, z. B. den Fußballverein. Gerade durch solche Aktivitäten entwickeln Kinder und Jugendliche Selbstwertgefühl und lernen Konzentrations- und Durchhaltevermögen.

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