Werberat fordert sofortigen Stopp der Voodoo-Werbung

“Wir weisen darauf hin, dass sich eine nicht unerhebliche Anzahl der Werberäte für eine Aufforderung zum sofortigen Stopp der Werbemaßnahme ausgesprochen hat. Aufgrund dessen rät die Geschäftsstelle des Werberats bei künftigen Werbemaßnahmen vor allem mit dem Thema „Gewalt” sensibler umzugehen”,  so das Abschluss-Statement des Werberates zur aktuellen Werbung von “bet-at-home”. Es geht um das Sujet von Voodoo-Puppen, in die der Fan in entscheidenden Situationen Nadeln sticht, um das Spiel zu beeinflussen.

Damit kommt der Österreichische Werberat der Aufforderung von Kinder-Lobbyist Dr. Michael Merl nach, der das Sujet als gefährlich und ethisch fragwürdig kritisiert hat. 

Erfolg für Kinder-Lobbyist Michael Merl

Der Werberat weiter: “Die Aufforderung zur Sensibilisierung wird ausgesprochen da eine Vielzahl der befragten Werberäte das beanstandete Sujet vor allem im Hinblick auf Artikel 1.3. „Gewalt” des Selbstbeschränkungskodex der Österreichischen Werbewirtschaft als nicht sensibel genug einstuft.“

Konkret steht das beanstandete Sujet im Konflikt mit Artikel 1.3.1. „Werbung darf sich keiner gewalttätigen Darstellungen bedienen” und hier vor allem mit Punkt 1.6. „Werbung darf keine Inhalte transportieren, die zwar vordergründig nicht gewalttätig erscheinen, im Gesamtzusammenhang aber als gewalttätig zu beurteilen sind.” Begründet wird die Entscheidung damit, dass das Sujet durchaus mit einem Augenzwinkern mit der sportlichen Rivalität spielt, ist doch das Einsetzen einer Voodoo-Puppe in unserem Kulturkreis als deutliche Überzeichnung zu verstehen. Dennoch wird suggeriert, dass für die Niederlage des sportlichen „Erzrivalen” auch dessen körperliche Schmerzen nicht nur in Kauf genommen würden sondern sogar gewünscht wären.

Weiters wird das Sujet als problematisch im Hinblick auf Artikel 1.2. Ethik & Moral” und 1.1. „Allgemeine Werbegrundsätze” eingestuft. Genauer steht das beanstandete Sujet im Konflikt mit Artikel 1.2.1.2. „Werbung darf niemanden mittelbar oder unmittelbar diskriminieren oder Diskriminierung fördern, (…)” sowie mit Artikel 1.1, Punkt 1. „Werbung soll vom Grundsatz sozialer Verantwortung geprägt sein, insbesondere gegenüber Kindern und Jugendlichen vor dem vollendeten 18. Lebensjahr.” So entspricht die Verletzung einer anderen Person (wenn auch nur indirekt) nicht einem wertschätzenden Umgang in der Gesellschaft.


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